Wildtiere in Österreich

Die „Großen Drei“ kehren langsam wieder heim

Mit den „Großen Drei“ sind Luchs, Wolf und Bär gemeint. Diese drei vertriebenen Wildtiere wurden über 150 Jahren in Österreich nicht mehr gesehen. Die Ansiedelung der Menschen hat sie immer weiter verscheucht und die Tiere haben sich über die Grenzen Österreichs hinweg verzogen. Ob sie tatsächlich noch mal ihren Lebensraum in Österreich einnehmen wollen, ist noch unsicher. Denn mit eigenen Augen hat fast noch niemand die sehr scheuen Tiere gesehen.

Man geht nur aufgrund von Spuren und Bildern aus Fotofallen davon aus, dass die großen Räuber wieder in Österreichs Wäldern umherstreifen. Laut WWF (World Wide Fund For Nature) ist die Population der Wildtiere noch so gering, dass für die Menschen keine Gefahr besteht. Es ist aber absolut notwendig, bei einer tatsächlichen Ausbreitung der Tiere für schnelle Aufklärung der Menschen in den angrenzenden Gebieten zu sorgen. Sonst entstehen schnell Ängste und Vorurteile, die bewirken, dass die Bevölkerung einen Abschuss der Tiere fordert.

Der Bär soll gerettet werden

Der Braunbär war in Österreich lange Zeit ausgestorben, bis ca. 1972 einer der Letzten, der im Alpenraum überlebt hat, von Slowenien wieder nach Österreich kam. Schon 17 Jahre später berichtete man von zwölf Bären, die sich in diesem Gebiet aufhielten. Der WWF berichtet, dass innerhalb der letzten Jahre ca. 20 Bären von der Bildfläche verschwunden sind, die laut Vermutungen wohl illegaler Wilderei zum Opfer fielen. Einer der letzten bekannten Bären der Gegend, der liebevoll „Moritz“ genannt wurde, hat sich seit dem Jahr 2011 auch von niemandem mehr sehen lassen. Sein Verbleiben ist unbekannt. Nur ein paar wenige Bären aus Italien und Slowenien besuchen ab und zu das Kärntner Land auf eine kleine Stippvisite, um dann wieder umzudrehen. So gilt der Bär nun als zum zweiten Mal in Österreich ausgestorben.

Das Ziel des WWF ist, dem Braunbären im Dreiländereck Österreich- Italien-Slowenien ein Gebiet zur Wiederansiedlung zu bereiten. Der Wunsch nach einer Population von Bären, die sich im Alpenraum selbst erhält, soll seine Erfüllung finden, indem die EU-Richtlinien für Fauna-Flora-Habitat unterstützt werden.

Die Verfolgung des Wolfes im 19.Jahrhundert

Nachdem die damals in Österreich beheimateten Wölfe aus ihrer Hungersnot heraus die Haustiere der Menschen rissen, da durch die immer größer werdenden Landwirtschaftsflächen in den Wäldern nicht mehr zu erbeuten war, begann die Jagd nach dem grauen Tier. In einem blutigen Gemetzel vernichteten die Menschen 1882 in der Steiermark auch das letzte Rudel der scheuen Tiere. In den letzten Jahren kehrt der Wolf wieder nach Österreich zurück. Die Jagd auf ihn hat nachgelassen und durch das Zunehmen der Schalenwildbestände steht wieder genug Nahrung für ihn zur Verfügung. In den angrenzenden Ländern gibt es auch schon wieder einige Wölfe, in der Schweiz geht man von 10 bis 20 aus, in Deutschland vermutet man über 100, in Frankreich ist die Rede von ca. 140 Exemplaren und in Italien sollen es zwischen 500 und 800 sein.

Bisher benutzt der Wolf Österreich nur als Durchzugsgebiet

Wirklich angesiedelt ist der Wolf in Österreich noch nicht. Er nutzt es lieber als Durchzugsgebiet. Gesehen wird er deshalb immer öfter, 2010 gab es sieben Sichtungen, 2011 gab es drei. Von einer Wiederansiedelung oder Fortpflanzung des Wolfes in Österreich kann also noch nicht gesprochen werden. Der WWF sieht allerdings in naher Zukunft die Rückkehr der Wölfe in Österreichs Wäldern.

Deshalb wird ein Plan erstellt, der das Miteinander von Wolf und Mensch regeln soll und bei Konflikten als Leitfaden dient.

Der Luchs soll wieder in die Alpen kommen

Der als „Wildschädling“ bekannte Luchs zog sich ebenfalls wie der Wolf immer weiter aus Österreich zurück, weil er in den Wäldern keine Beute mehr fand. Ganz verschwunden ist aber in anderen Gebieten niemals. Er ist noch immer in großen Teilen Nord-, Ost- und Südosteuropas beheimatet. Einer Rückkehr nach Österreich steht nichts mehr im Wege, da strenge Schutzbestimmungen die Population der Luchse stabilisieren soll und auch wieder mehr Nahrungsquellen für den Luchs zur Verfügung stehen. Als großes Ziel hat sich der WWF die Verknüpfung der verschiedenen Luchspopulationen vorgenommen. Wenn man die Gruppen, die seit 1970 in Slowenien, Frankreich, Deutschland, Italien, Tschechien, der Schweiz und Österreich wieder angesiedelt sind, dazu bringen könnte sich zu verknüpfen, wäre der genetische Austausch sichergestellt und die Gruppen würden wieder größer werden. Österreich bietet in den Alpen einen idealen Platz für die Vernetzung der weiter auseinander liegenden Populationen.

Der Steinbock in Österreich

Heike Leonhardt Verfasst von:

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