Tierschutz in Österreich

Daran zu denken, dass viele Tiere aller Rassen unter ihren Lebensbedingungen leiden, ist schwer für manche Menschen. Dadurch entsteht großes Mitleid und der Wunsch, den Tieren zu helfen. Die Konsequenz aus diesem Mitgefühl wäre allerdings, teureres Fleisch aus Tierbeständen in artgerechter Haltung zu kaufen, oder in einem Zirkus keine wilden Tiere mehr zu sehen, wegen denen manche Zirkusbesucher ja erst hingehen, oder auch auf Produkte oder Medikamente zu verzichten, die nur entwickelt wurden, weil sie vorher an Tieren ausprobiert worden sind.

Die Tierschutzbewegungen

Solch mahnende Worte, wie die von Theodor Heuss, der sagte, es sei blamabel, dass das Wort Tierschutz überhaupt erst erfunden werden muss, zeigen auf, dass es eigentlich für Menschen selbstverständlich sein müsste, Tiere, die seit Urzeiten zu unserem Leben dazugehören, mit Achtung zu behandeln und vor Leiden zu bewahren.

Schon seit vielen Jahren manchen zahlreiche Organisationen, die sich für den Tierschutz einsetzen, auf die Missstände in der Tierhaltung und Pflege aufmerksam und versuchen mithilfe der Öffentlichkeit, die Probleme aufzuzeigen und zu ändern.

Was Tierschützer fordern

Von Tierschützern wird gefordert, dass das Leben und Wohlbefinden der Tiere im Vordergrund steht, und ihnen kein unnötiges Leid zugefügt wird.

Tierversuche und Massentierhaltung stehen im großen Widerspruch zur Erhaltung des Wohlbefindens. Im Prinzip geht es den Tierschützern hauptsächlich um eine artgerechte Haltung, da eine Züchtung, Mästung und auch Schlachtung von Tieren zur Nahrungserhaltung grundsätzlich akzeptiert wird.

Dies sollte jedoch mit Schonung der Tiere und ohne Qual vonstattengehen. Durch ein Volksbegehren zur Schaffung eines Bundes-Tierschutzgesetzes, das 1996 von 459.096 Menschen unterschreiben wurde, trat nach mehrjährigen Verhandlungen am 1. Jänner 2005 das Bundestierschutzgesetz in Kraft. Es wurde von allen vier Parteien, die im Nationalrat vertreten sind, einstimmig beschlossen.

Tierschutz

Das Tierschutzgesetz

Das BMG (Bundesministerium für Gesundheit) regelt tierschutzrechtliche Angelegenheiten durch das Tierschutzgesetz. Darin werden allgemeine Angelegenheiten des Tierschutzes wie auch Angelegenheiten des Schutzes der Tiere bei Transporten geregelt. Jedes Bundesland in Österreich musste dem Bundesministerium für Gesundheit einen Tierschutzombudsmann nennen. Folgende Gremien sind eingerichtet worden:

-Die Tierschutzkommission, zu deren Aufgaben es gehört, den Bundesminister für Gesundheit in Tierschutzfragen zu beraten und Empfehlungen bezüglich Strategien zur Weiterentwicklung des Tierschutzes und seiner Schwerpunktsetzung in der Politik auszusprechen. Zur Tierschutzkommission gehören jeweils ein Vertreter bzw. eine Vertreterin der im Nationalrat vertretenen Parteien und vier Experten oder Expertinnen, die vom Bundesminister für Gesundheit bestellt wurden.

-Der Tierschutzrat, er begleitet, evaluiert und hilft bei der weiteren Entwicklung des Tierschutzrechtes in Österreich. Er hat als Ziel eine einheitliche Vollziehung des Tierschutzrechts und wirkt mit an der Rechtsfortbildung. Zudem arbeitet er aufgrund von Erkenntnissen in Wissenschaft und Praxis Entscheidungsgrundlagen aus und gibt wissenschaftliche Empfehlungen und Stellungnahmen ab. Als Hintergrund dafür gelten die europarechtlichen Vorgaben, Gegebenheiten der Ökonomie und Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis. Zusammengesetzt ist der Tierschutzrat aus Vertretern bzw. Vertreterinnen des Bundesministeriums für Gesundheit, des Ministerium für Landwirtschaft, der verschiedenen Kammern, der Universitäten, der Tierschutzorganisationen, der Zooorganisationen Österreichs, des Lehr- und Forschungszentrums für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein und den Tierschutzombudsleuten jedes Bundeslandes.

Der Vollzugsbeirat, er erarbeitet Richtlinien für den einheitlichen Vollzug des Tierschutzgesetzes und ist hauptsächlich für die Einhaltung der Gesetze beim Transport der Tiere verantwortlich. Der Vollzugsbeirat setzt sich zusammen aus: je einer Vertreterin bzw. einem Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, den leitenden Fachorganen der Bundesländer, welche mit dem Vollzug des Tierschutzgesetzes betraut sind (Landesveterinärdirektorinnen und Landesveterinärdirektoren), sowie der Tierschutzombudsfrau bzw. dem Tierschutzombudsmann des Bundeslandes, das in der Landeshauptleutekonferenz den Vorsitz innehat.

Das Tierschutzgesetz umfasst Bestimmungen zur Tierhaltung, Gesetze zur Tierversuchen, Gesetze zum Tiertransport, Verbote zur Tierquälerei, Verbot zur Tötung und zu Eingriffen an Tieren, Bestimmungen zur Veräußerung und zum Erwerb bestimmter Tiere, Bestimmungen zur Kontrolle der Tierhaltung und Zuchtmethoden , Bestimmungen zur Kennzeichnung und Registrierung von Hunden, Bestimmungen zur Haltung von Wild- und Zootieren.

Wildtiere Österreich

Tierschützer fordern Konkretisierung der Gesetze

Da die Regelungen zur Haltung von Wild- und Zootieren eher allgemein gehalten werden und laut Tierschützern keine zureichende Orientierung zur Kontrolle besteht, fordern diese eine Konkretisierung des Gesetzes.

Auch wenn noch nicht in ganzem Ausmaße und für alle Tiere der richtige Weg zu einer artgerechten Haltung eingeschlagen wurde, so zeigen die Gesetze doch deutlich, das vielen Menschen an den Tieren und ihrem Wohlbefinden sehr viel liegt.

 

Heike Leonhardt Verfasst von:

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