Tiermedizin heute

Wer ein Haustier hat, weiß wie sehr man selbst leidet, wenn das geliebte Tier krank ist. Schnell ist ein Termin beim Tierarzt gemacht, damit es dem kranken Tier bald wieder gut geht. Doch was Tieren wirklich hilft oder schadet, scheinen manche Tierbesitzer nicht zu wissen, da meist Fehler bei der Tierhaltung oder der Fütterung schuld sind, wenn eine Krankheit ausbricht.

Welche Krankheiten können die Tiere bekommen?

Auch Tiere können, genauso wie der Mensch, durch verschiedene Erreger krank werden. Dabei kann es sich entweder um eine Tierseuche handeln, die ausschließlich Tiere befällt, wie die Maul-und-Klauenseuche oder die Rinder- und Schweinepest, oder aber eine Zoonose, das sind Krankheiten, die sich von Tier zu Mensch oder andersherum übertragen lassen. Auslöser dafür können sowohl Bakterien und Viren als auch Chlamydien und Pilze sein. Die bekanntesten darunter sind Tollwut, Tuberkulose und Milzbrand. Auch „typische“ Krankheiten wie Tumore, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Magen-Darm-Probleme, die man eher in der Humanmedizin findet, können ebenso bei Tieren auftreten. Dazu kommen Probleme der Gelenke und Knochen, die durch Verschleißerscheinungen in höherem Alter auftreten und auch Sehproblem. Und genauso wie beim Menschen führen schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung bei Haustieren oft zu Gesundheitsproblemen.

Manche Tierbesitzer scheinen sich durch ihre Gleichgültigkeit nicht bewusst darüber zu sein, dass sie sich um die Pflege ihres Tieres kümmern müssen und ihm genug Aufmerksamkeit schenken sollten.

Tierärzte

Wer Tierarzt werden will, muss Veterinärmedizin studieren, das ist in Österreich nur in der Veterinärmedizinischen Universität Wien möglich. Die meisten Studierenden, die sich für diesen Studiengang entscheiden sind weiblich, allerdings enden nicht alle Prüfungen in der Eröffnung einer eigenen Praxis. Ist das Studium beendet, kann man sich entweder entscheiden, in anderen Themen, die die Tierwelt betreffen, weiter zu forschen, oder man findet seinen Aufgabe im Veterinäramt bei der Überwachung von Lebensmitteln, die tierisch hergestellt wurden, dazu gehören Milch, Fleisch und Eier. Auch die Freie Wirtschaft bietet den Studierten Aufgabenbereiche wie die Entwicklung oder den Vertrieb von Tierfutter oder Medikamenten für Tiere. Wer eine Praxis eröffnen möchte, kann sich auf eine spezielle Tierart spezialisieren, wie zum Beispiel Kleintiere oder Nutztiere. Doch auch bestimmte Bereiche der Tiermedizin können gewählt werden statt sich auf eine Tierart festzulegen. So bietet die Verhaltenstherapie, die Dermatologie oder auch die chirurgische Tiermedizin einige Aufgabengebiete.

Der Aufgabenbereich eines Tierarztes

Die Behandlung eines Tieres unterscheidet sich grundsätzlich nicht so sehr von der Behandlungsweise, wie sie ein Humanmediziner durchführt. Durch Abtasten, Abhören und evtl. notwendige Blutuntersuchungen oder Abgabe von Kot oder Urin-Proben, und zusätzlich einem aufklärendem Gespräch mit dem Tierbesitzer, versucht der Tierarzt eine Diagnose zu stellen. Selbstverständlich kann dazu auch ein Röntgen- oder Ultraschallgerät eingesetzt werden. Am wichtigsten ist das Gespräch mit dem Besitzer, da er das Sprachrohr für sein Tier ist und erzählen kann, wie es zur Krankheit kam oder wann das Tier sich verhaltensauffällig zeigt. Jedes Tier reagiert bei Schmerzen anders, weshalb der Tierarzt im Laufe der Jahre viel Erfahrung im Umgang mit den verschiedensten Tierarten sammelt, zu denen auch Nagetiere, Schlangen, Reptilien und Vögel gehören, deren Verhaltensweise nicht so leicht zu erkennen ist wie bei Hund und Katze, die dem Menschen näher stehen. Einige Krankheiten treten hauptsächlich bei bestimmten Tierarten oder Rassen auf, wie das oft bei Hunderassen vorkommt, die durch Überzüchtung spezifische Probleme häufiger zeigen. Zum Beispiel treten Skelettprobleme bevorzugt bei Dackel und Irischem Wolfshund auf, wobei ein Boxer oder Dobermann eher zu Hautkrankheiten neigt. Auch Katzenrassen zeigen meist zuchtbedingte Probleme, wie eine Verengung der Nasenwege oder eine Herzerkrankung.

Der Tierarzt sollte sich bei den zuchtbedingten Krankheiten oder den Krankheiten, die spezielle bei bestimmten Rassen auftreten gut auskennen.

Schmerz bei Tieren

Ob alle Tiere Schmerzen empfinden und wie diese sich auswirken ist fraglich. Dazu werden drei Faktoren als Grundlage der Schmerzempfindlichkeit bei Tieren zu Hilfe genommen: 1. Werden Reize gespürt? 2. Lösen diese Reize Gefühle aus? Also reagiert das Tier evtl. ängstlich? 3. Löst der Schmerz ein bestimmtes Handeln aus? Werden diese drei Faktoren erfüllt, kann davon ausgegangen werden, dass das Tier ein Schmerzempfinden hat. Zu diesen Tieren zählen auf jeden Fall unsere Haustiere und Nutztiere, ebenso wie Vögel und Geflügel. Ob Fische schmerzempfindlich sind, kann man nicht mit Gewissheit sagen, sie zeigen allerdings eine Reaktion auf äußere Reize.

Falsche Tierhaltung oder Fütterung macht Tiere krank

Ein Tier ist darauf angewiesen, dass sein Halter es gut pflegt und füttert. Da einige Tierbesitzer diese Aufgabe leider nicht sehr gut erfüllen, kommt es immer wieder zu Krankheiten, deren Ursache in der falschen Haltung und Ernährung des Tieres liegen. Bevor man sich ein Tier anschafft, sollte man sich gut darüber informieren, wie es in seiner normalen Umgebung gelebt hat und welche Bedingungen es nun braucht. Bei Kaninchen ist es zum Beispiel so, dass sie in ihrem natürlichen Lebensraum den ganzen Tag mit essen beschäftigt sind, um ihren Nährstoffhaushalt aufrecht zu erhalten. Da es in der Wildnis nicht regelmäßig genug Futter hat, frisst das Kaninchen sehr viel, in den Zeiten, in denen es genug bekommt. Das liegt in ihrem Instinkt, weshalb sie durch Überfütterung von Menschen in deren Obhut sehr schnell fett werden. Auch die Inhaltsstoffe der fertigen Futtermischungen sind oft nicht genügend auf den Bedarf eingestellt und enthalten zu wenig Faserstoffe und dafür zu viel Eiweiß und Fett. Die natürliche Abnutzung der Zähne kann dadurch nicht erfolgen und der Tierarzt muss nachhelfen, indem er die Zähne mit der Zange kürzt. Auch Verdauungsprobleme können durch die falsche Nahrung auftreten und zu Verhaltensstörungen führen, bei denen das Kaninchen anfängt, Sachen im Haushalt anzunagen oder durch Langeweile aggressiv wird. In der perfekten Mahlzeit für ein Kaninchen sollten mindestens 15 % Fasern enthalten sein. Der Hauptfehler, den man bei der Haltung einer Katze machen kann, ist oft, ihr zu wenig Fleisch zu füttern. Katzen brauchen Fleisch als Nahrung, da dieses die wichtige Aminosäure Taurin enthält, weshalb sie bei einer vegetarischen Ernährung schnell krank werden. Hunde sind so veranlagt, dass sie als Rudeltier sich stets gegen andere Hunde durchsetzen müssen, um an genug Futter zu kommen, weshalb sie oft Futterneid entwickeln. Sie fressen bzw. schlingen ihr Essen deshalb sehr schnell herunter. Eine Rationierung der Futtermengen ist für Hunde deshalb sehr wichtig, ansonsten wird er schnell übergewichtig und dadurch kann sich eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickeln oder Probleme an den Gelenken.

Dem Hund zwischendurch ein Leckerli zu geben, weil man selbst öfter am Tag eine Mahlzeit zu sich nimmt, ist absolut falsch und sollte vom Hundebesitzer vermieden werden.

Verantwortung für die Gesundheit des Haustieres

Um Krankheiten zu vermeiden, ist es gut, wenn der Besitzer seine Verantwortung für sein Tier trägt und manchen Dingen vorbeugt. Jedes Tier braucht die Pflege und Zeit, die seiner Art gerecht wird. Die Anschaffung eines Haustieres sollte deshalb gut durchdacht sein und jeder, der das vorhat, sollte sich im Vorfeld hinreichend und ausführlich informieren.

Heike Leonhardt Verfasst von:

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