Bär und Mensch

Der Bär ist eine Gestalt, der im Menschen Furcht und Respekt auslöst. Die Verfolgung und Jagd dieser großen wilden Tiere, denen nachgesagt wurde, dass man gegen ihre Unbesiegbarkeit und Stärke fast nicht ankommt, bewirkte, dass sie fast überall gänzlich ausgerottet wurden. Es ist gibt nur noch wenige Teile der Erde, in denen Bären frei leben und auch diese wird der Mensch irgendwann zerstört haben oder die darin lebenden Bären töten.

Teddy für Kinder und Bären als heilige Tiere

Der Bär trägt schon seit vielen Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der Kulturgeschichte unserer Vorfahren. In den Höhlen und auf Felsen zeigen Malereien aus der Steinzeit oder auch später immer wieder den Bären als Motiv, da er für manche Völker heilig war. Man verehrte den Bär für seine Größe und Stärke, und wenn ein Bär erlegt wurde, konnten die Menschen dankbar aus seinem Fell wärmende Kleidung und Fleisch für längere Zeit gewinnen. Die Ureinwohner der Insel Hokkaido, die zu Japan gehört, zogen noch bis vor ca. 150 Jahren eine kleine Gruppe Bären groß, die einmal im Jahr zum „Bärenfest“ geschlachtet wurden. Wer das Bärenfleisch nach diesem Ritual aß bekam vom Geist des Bären Stärke, um ein großer Krieger zu werden. In der freien Natur werden Bären immer seltener, in unseren Geschichten und Mythen behält er jedoch noch immer seine Rolle, die eher gutmütig ist als bestialisch. Meist stellt sich der Bär in den Märchen und Geschichten als fürsorglicher und schützender Freund dar oder gilt als Ansprechpartner, der einen weisen Ratschlag parat hat. Als niedlicher Tollpatsch ist er in „Winnie Puuh“ oder „Paddington Bär“ zu sehen, oder der dicke Samson aus der Sesamstrasse wackelt gemütlich über den Bildschirm und nicht wegzudenken aus den Kinderzimmern, egal ob als Buch oder als Zeichentrickfilm, ist Balou der Bär aus dem „Dschungelbuch“ der den Ratschlag „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“ in alle Munde gebracht hat.

Die Hauptaufgabe übernimmt die Figur des Bären allerdings als Kuscheltier und Trostspender, denn in fast jedem Kinderbettchen liegt ein kleiner pelziger Geselle, der oft der erste Freund in Kindertagen wird.

Der Lebensraum der Bären wurde zerstört

Um die wenigen restlichen Bären, die es noch gibt, zu schützen, wurden Jagdverbote für Bären verhängt und viele leben in Reservaten oder Nationalparks. Da es ihnen in der freien Wildbahn kaum mehr möglich ist, sich einen Lebensraum zu schaffen, zogen sie sich immer mehr aus ihren bisherigen Gebieten zurück. Das liegt hauptsächlich an der Zerstörung ihrer Lebensräume durch die Besiedelung der Menschen oder durch Abholzung der Wälder, die ihnen Unterschlupf boten. Bis ins 20. Jahrhundert gab es in Europa noch vereinzelte Bärengruppen, die sich seit dem Mittelalter in den Wäldern ungestört vom Menschen ansiedeln konnten. Doch als die Bevölkerung immer größer wurde und es mehr Wohnraum benötigte, um alle unter zu bringen, wurden immer mehr Bäume gefällt. Auch für die Landwirtschaft oder als Brennholz mussten manche Wälder weichen und die Bären zogen sich zurück. Falls jetzt noch einzelne Bären auftauchen reagiert die Bevölkerung so sehr mit Angst, dass der Bär gejagt wird und erlegt, wie das dem Braunbären „Bruno“ 2006 passiert ist. Er wurde nach seiner Sichtung verfolgt und gejagt, bis man ihn nach drei Wochen erlegte, da er im Vorfeld bei seinen Streifzügen Nutztiere wie Schafe erlegt hatte und seitdem zum „Problembär“ erklärt wurde.

Die größte Chance in Europa, einen Bären in freier Wildbahn zu sehen, besteht in Skandinavien und einigen Ländern in Osteuropa, wie Kroatien, Slowenien, Bulgarien und Rumänien. Hier in der Nähe gibt es kleine Bärengruppen in Teilen Österreichs, der Schweiz, in Italien, Nordspanien und den Pyrenäen.

Die Ausbeutung des Bären

Im asiatischen Raum gilt der Bär als besondere Delikatesse, weswegen man ihn grausam in Bärenfarmen aufzieht. Das Bärenfleisch ist dort frisch oder auch als Dosenfleisch erhältlich und wird als Vorbeugung gegen Erkältung oder zur Vitalisierung gegessen. Ganz besonders wertvoll sollen dafür die Bärentatzen sein, wie man sich dort erzählt. Die Ausbeutung der Bären geht soweit, dass sie seit 1980 gefangen werden und in unzumutbaren Zuständen in dreckigen Käfigen gehalten werden, um an ihre wertvolle Gallensäure zu gelangen. Um die Gallensäure zu bekommen, die Bären in großen Mengen produzieren und die in der Chinesischen Medizin als wichtiges Mittel bei Leberkrankheiten und für Herzprobleme und Verdauungsprobleme gilt, treiben die Farmer den Bären ein ca. 15 cm langes Metallrohr an der Leber vorbei bis hin zur Gallenblase. Täglich zwei Mal wird daraus eine Menge von ca. 100 Milliliter Gallensaft abgezapft und das Metallrohr bis zum nächsten Mal wieder mit einem Pfropfen verschlossen. Die Bären erleiden dabei unsägliche Qualen und müssen noch dazu die Schmerzen der eiternden Wunde ertragen. Die Entnahme von Gallensaft aus den Bären erfolgt in Vietnam unter ähnlich unwürdigen Umständen. Auf den dortigen Bärenfarmen werden die Bären alle drei Monate operiert, um ihnen den Gallensaft direkt aus der Gallenblase zu entnehmen. Die Operationen sind unvorstellbar schmerzhaft und die Hygieneumstände auf den Bärenfarmen sehr schlecht, weswegen kaum ein Bär mehr als vier Operationen übersteht bevor er leidvoll verendet. Trotzdem der Export von Bärengallenpulver aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens streng verboten wurde, kann nicht verhindert werden, dass der Handel mit dieser Substanz noch immer weitergeht. Das schlimmste daran ist die Tatsache, dass es inzwischen andere Wege gibt, den Gallensaft synthetisch und mit viel weniger Kosten herzustellen, wie man am Beispiel der USA sehen kann, die ca. 100 Tonnen im Jahr herstellen.

Auch eine bestimmte Kräutermischung würde den gleichen Zweck wie der Gallensaft erfüllen, und die Traditionelle Chinesische Medizin könnte darauf ausweichen.

Heike Leonhardt Verfasst von:

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