Katastrophen

Jedes Mal, wenn in irgendeinem Teil der Welt eine Katastrophe stattfindet, wie zum Beispiel ein Tsunami-Unglück, Überschwemmungen oder ein Erdbeben, werden so schnell wie möglich Hilfskräfte benötigt, um den Betroffenen in ihrer schlimmen Lage zu helfen und wenigstens das Nötigste wie medizinische Versorgung, sauberes Wasser und Nahrungsmittel vor Ort zur Verfügung zu stellen. Aus allen Teilen der Welt kommen Katastrophenhelfer zusammen, die sich um die Menschen kümmern, die oft von einem Moment auf den anderen ihr Haus verloren haben oder mit dem Tod ihrer Angehörigen fertig werden müssen.

Katastrophenhelfer reagieren sofort

Der Tsunami in Sumatra 2004, in Haiti 2010 und in Japan 2011 waren ganz schreckliche Katastrophen, bei denen viele Menschen starben und noch mehr ihr Hab und Gut verloren haben. Damals waren Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk und die ADRA (Adventist Development and Relief Agency) sofort mit Helfern zur Stelle. Im Jahr 2011 werden im Weltkatastrophenbericht „nur 364“ Naturkatastrophen verzeichnet, die sich international in diesem Jahr ereignet haben. Die zehn Jahre davor waren es jedes Mal mehr. Insgesamt ca. 209 Millionen Menschen sind von diesen Katastrophen betroffen, allein der schlimme Tsunami vor Japan am 11. März 2011 forderte mehr als 19.000 Todesopfer. Dort fand vor der Küste Japans in 32 Kilometer Tiefe ein Erdbeben statt, das in der Folge einen 10 bis 38 Meter hohen Tsunami auf die Küste von Japan zurollen ließ. Dieser brachte noch zwei weitere Katastrophen mit sich: mehrere Unfälle ereigneten sich in einigen Kernkraftwerken Ostjapans, vor allem das Kernkraftwerk in Fukushima war betroffen und löste einen Unfall mit weitreichenden Konsequenzen aus. In dem Gebiet bis ca. 40 Kilometer vom Unglücksort entfernt wohnten ungefähr 400.000 Menschen, die evakuiert werden mussten.

Hochwasser 2013 in Steyr, Österreich

Katastrophenhelfer sind Helden

Das Ziel der vielen internationalen Hilfsorganisationen ist es, den Verunglückten so schnell wie möglich Hilfe zukommen zu lassen, auf jede erdenkliche Art und Weise. Meist animieren die schrecklichen Bilder in den Medien die Helfer dazu, ins Unglücksgebiet zu reisen. Beim Tsunami-Unglück in Thailand waren zum Schluss mehr als 2000 internationale Helfer eingetroffen. Da aus den Reihen der Einheimischen allerdings ebenso viele Helfer anwesend waren, es aber niemanden gab, der die Rolle des Organisators übernahm, um einen roten Faden in die Angelegenheit zu bringen, herrschte unter den Helfern Chaos. Dass die Helfer der Organisationen meist freiwillige sind, ist eine ehrenhafte Angelegenheit, ein Problem ist es nur, dass die meisten davon nicht geschult sind, um solche Einsätze zu begleiten. Viel wichtiger wäre es, nicht zu viele Helfer dabei zu haben, die ehrenamtlich diese Tätigkeit erfüllen, sondern Profis einzufliegen, die im Bereich der Katastrophenhilfe ausgebildet sind. Damit würde vermieden, dass in dem herrschenden Chaos ein Helfer den anderen überrennt, nur um einer der Helden zu sein, den man später vielleicht im Fernsehen auf dem Bildschirm erkennt. Die Medien tragen ihren Teil daran, dass solche ein Durcheinander herrscht, da sie aus jeder Flutwelle und jedem kleinen Beben eine Katastrophe machen, die noch nie dagewesen ist, statt darauf hinzuweisen, dass es noch viele andere Länder und Gebiete gibt, in denen Hilfsbedürftige Unterstützung vertragen könnten.

Um den Betroffenen einer Naturkatstrophe sinnvoll helfen zu können, braucht es in Zukunft mehr Koordination zwischen den Hilfsorganisationen und ihren Helfern.

Vergessene Katastrophen, die genauso Hilfe bräuchten

„Ärzte ohne Grenzen“ ist eine Organisation, die in Kriegs- und Krisengebieten medizinische Hilfe leistet und 1999 dafür auch den Friedensnobelpreis verliehen bekam.

Jedes Jahr schreiben sie in einer Liste all die Länder oder Notfallgebiete auf, die den Medien nicht wichtig oder dramatisch genug erscheinen, um öffentlich gezeigt zu werden, die aber genauso, wenn nicht noch mehr auf die Spenden und Hilfe von außen angewiesen sind. Eines davon ist Simbabwe, das nicht zum ersten Mal in der Liste aufgeführt wird, da die Hohe Rate von fast 14% an HIV-Infizierten Erwachsenen ohne helfende Medikamente oder ärztliche Versorgung leben muss. Die Krankheit fordert wöchentlich um die 1000 Todesopfer. Auch ein dramatisches Gebiet, in dem die „Ärzte ohne Grenzen“ schon über 30 Jahre mit anderen Organisationen über 80% der medizinische Hilfe leisten ist der Südsudan. Als gegen Ende des Jahres 2013 schlimme Kämpfe ausbrachen, in denen Rebellen und Anhänger der Regierung verwickelt waren, konnten selbst die Hilfsorganisationen nicht mehr viel gegen die Krankheiten ausrichten, die sich aufgrund der schlechten Trinkwasserqualität rasend schnell verbreitete und die Helfer aus Angst vor Anschlägen zu einem Rückzug aus dem bekämpften Gebiet gezwungen waren.

Die Liste der vergessenen Länder ist lang, und die Bewohner, die mitten in der Katastrophe leben hätten Hilfe genauso nötig, wie die betroffenen der schlimmen Katastrophen, die unerwartet auftreten.

Heike Leonhardt Verfasst von:

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