Das Netz der Informationen

Über jeden von uns gibt es unzählige Informationen, die zusammengetragen werden. Jedes Telefonat, jede E-mail, jeder Einkauf mit Kundenkarte, jeder Aufruf einer Homepage im Internet alles was wir tun, erzeugt eine riesige Menge von Daten, die durch eine Analyse Auskunft über unsere Vergangenheit, Gegenwart und sogar über unsere Zukunft geben können. Durch ein algorithmisches Verfahren kann mittels einer bestimmten Software berechnet werden, wie wir uns in Zukunft verhalten, was unser Einkaufs- oder Sozialleben angeht.

In der Zukunft wird noch mehr mit Daten gehandelt

Durch das Zusammentragen und Auswerten von Daten kann eine Zukunftsprognose abgeleitet werden. Diese Auswertung findet Verwendung in der Wetterprognose, bei bestimmten Epidemie-Voraussagen oder bei der Einschätzung, ob ein Frühchen gute oder schlechte Überlebenschancen hat. All diese gesammelten Daten können behilflich sein, bestimmte Vorgänge vorhersehbarer zu machen oder Prozesse optimaler auf die Gegebenheiten abzustimmen. Das ist die positive Sichtweise der Datensammlung.

Aber nicht nur zum Vorteil für Wirtschaft oder Gesundheit werden unsere Daten gesammelt und verwertet, sondern immer häufiger benutzen Geheimdienste sowie Banken und Versicherungen und alle Arten von Firmen, die Waren oder Dienstleistungen verkaufen, die Unmenge von Daten eines Menschen. Daraus kann auf sein Kaufverhalten geschlossen werden und bestimmte Kaufanreize über gezielten Einsatz von Werbung gesetzt oder die Entwicklung von neuen Dienstleistungszweigen abgeleitet werden.

Vor allem in Amerika, aber auch in anderen fortschrittlichen Ländern, ist die Sammlung der Daten schon so ausgeklügelt analysiert worden, dass Kundinnen, die evtl. laut Auswertung schwanger waren, gezielte Werbung geschickt wurde.

Die Digitalisierung

Seit die Digitalisierung immer fortschrittlicher wird, ist es einfacher riesige Mengen von Daten nicht nur zu speichern, sondern auch miteinander zu verknüpfen und dadurch Analysen zu erheben. Allein die in den letzten zwei Jahren erhobenen Datenmengen machen fast 90 Prozent der weltweit auf riesigen Servern gespeicherten Datenbestände aus. Rund 5 Milliarden GB Daten laufen laut einer Expertenberechnung allein in zehn Minuten auf, und das täglich. Diese Datenwelle überflutet Unternehmen und Behörden, die können sie zwar im Moment nur speichern und noch nicht auswerten und zu ihren Zwecken nutzen, aber auch das ist nur noch eine Frage der Zeit.

Erde in grün

Der „gläserne Mensch“

Den Begriff „Gläserner Mensch“ hört man immer häufiger an allen Ecken. Uns ist bewusst, dass Daten darüber, wo wir sind, was wir essen, zu wem wir am meisten Kontakt haben, ständig erfasst werden und unsere Privatsphäre nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Wir alle werden nach und nach zu gläsernen Menschen, was uns der ehemalige Mitarbeiter des Geheimdienstes in Amerika, Edward Sonden, deutlich vor Augen geführt hat. Er enthüllte, welche riesigen Datenmengen die NSA nicht nur in den USA, sondern international täglich speichert und analysiert und welche Macht damit einhergeht.

Selbst Daten, die eigentlich anonym irgendwo abgegeben wurden, können durch Angeben des Alters und Geschlechts, der Postleitzahl und eventueller medizinischer Akten des Arztes einer Person zugeordnet und damit zusammengeführt werden.

Jeder, der ein Smartphone mit sich trägt, auf seinem PC Cookies speichert und dessen IP-Adresse zurück zu verfolgen ist, kann von Geheimdiensten genau ermittelt werden.

Eine fatale Prognose, die auf keinen Fall immer stimmen muss, ist die Berechnung und Analyse zukünftiger potenzieller Verbrecher. Das wird anhand von Faktoren wie menschlichem Verhalten, Religion, Herkunft und sozialem Status ermittelt. Diese „zukünftigen Verbrecher“ dürfen in manche Länder nicht mehr einreisen und wissen meist gar nicht, aus welchen Gründen, ihnen das versagt bleibt.

Unerlaubter Datenklau und Missbrauch

Je mehr Daten von uns gespeichert werden, desto besser ist Manipulation und Erpressung machbar, und das betrifft jeden von uns.  Der Vorteil, denn die Big Data Verfechter immer wieder anführen, ist die große Transparenz. Diese gilt allerdings nur für die Daten Sammler, denn jeder einzelne Mensch weiß meist gar nicht, was die großen Geheimdienste von uns wissen, sammeln und wie sie es auswerten.

Ein Missbrauch von Daten oder das Hacken der gespeicherten Informationen kann für jeden von uns ungünstige Folgen haben.

 

Heike Leonhardt Verfasst von:

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