Das Internet

Den Anfang hatte das Internet in den 1970er Jahren in wissenschaftlichen Instituten und Forschungseinrichtungen, wo es dazu diente, durch vernetzte Computer Daten und Informationen untereinander zum Austausch, zum Vergleich und zur Verknüpfung hin und her zu schicken. Bis das Internet alltagstauglich und für jedermann zugänglich wurde, dauerte es aber noch ca. 30 Jahre.

Der Sputnik-Schock zwang Amerika zum Handeln

Als in den 1950er Jahren die beiden Weltmächte Amerika und die Sowjetunion gegenseitig im Wettstreit um Macht und Anerkennung waren, ging es auch viel um neue Technologien und Forschung. Im Jahr 1957 entwickelte die UDSSR den ersten Satelliten, was der USA einen Schock versetzte, denn „Sputnik“ zeigte deutlich, dass die Sowjetunion der USA in Technologie und Forschung ein großes Stück voraus waren. Im Gegenzug wurde von Präsident Dwight D. Eisenhower die ARPA (Advanced Research Projects Agency) gegründet, eine Forschungsbehörde, die Militär und Wirtschaft wieder auf den neusten Stand bringen sollte. Durch Förderung der Technologie und Wissenschaft sollten Projekte entstehen, die mit denen der Sowjetunion auch militärisch konkurrieren können.

Aus der ARPA entstand das ARPANET

Da nun Institute und Universitäten in den USA immer enger zusammenarbeiteten, um in ihren Forschungsarbeiten weiter zu kommen, bestand die Notwendigkeit, auf bestehende Computerressourcen zuzugreifen. Die meisten beteiligten Forschungseinrichtungen hatten aber nicht die notwendigen finanziellen Mittel, um sich Großrechner anschaffen zu können, die damals sehr teuer und auch seltener zu haben waren.

Die Kommunikation zwischen verschiedenen Stellen lief über Computer, die einen schnellen Austausch von Daten und Informationen möglich machten.

Mehr Computer anzufertigen, die eine höhere Kapazität zur Verfügung hatten, war nicht möglich, weshalb das Augenmerk auf die Optimierung der vorhandenen Ressourcen gerichtet wurde. Die Vernetzung von Instituten und Universitäten sollte durch einen Computerbund erreicht werden. Damals waren die Architektur der verschiedenen Großrechner und ihre Systemsprachen noch recht unterschiedlich, weshalb fieberhaft an einer neuen Art der Kommunikation und Datenübertragung geforscht und gearbeitet wurde. Ende der 1960-Jahre war es dann so weit, dass das APRANET entwickelt war, welches im Fall eines Atomkrieges eine Kommunikation ohne Störungen gewährleisten sollte. Ob das wirklich so gewesen wäre, bleibt wohl unaufgeklärt.

Das Netzwerk entsteht

1969 wurden die vier Universitäten University of California in Los Angeles, Stanford Research Institute, University of Utah und die University of California in Santa Barbara miteinander vernetzt. Um zu testen, ob und inwieweit, eine Übertragung möglich war, verbanden zwei Wissenschaftler Computer in Los Angeles und Stanford (Santa Clara) mittels einer Telefonleitung. Damals waren die Computer noch so groß wie ein Kühlschrank und nicht zu vergleichen mit den PCs von heute. Es galt, die drei Buchstaben LOG von einem Computer auf den anderen zu übertragen, während die beiden Wissenschaftler am Telefon über den Erfolg berichteten. Nachdem der dritte Buchstabe wirklich auf dem Bildschirm übertragen war, stürzten die überlasteten Hochleistungsrechner allerdings ab.

PC-Tastatur

Vernetzung ohne Computerzentrale

Die beiden Wissenschaftler Paul Baran und Donald Watts Davies erreichten durch ihre Forschung, dass Datenpakete zwischen mehreren Computern ausgetauscht werden können, ohne dass ein Steuerungsrechner oder eine Computerzentrale dazwischen geschaltet war.

Jeder Computer sollte über Telefonleitungen mit anderen Computern durch Knotenpunkte verbunden sein, auch wenn einer dieser Knotenpunkte ausfiel, blieb die Verbindung zwischen den Computern über einen anderen Knotenpunkt bestehen, so dass die Daten weiterhin übertragen werden konnten. Durch diese Technologie war gewährleistet, dass weder ein Staat oder Land, noch eine Person die Macht über das komplette Netzwerk aus Informationen besaß. Das war der Anfang des heutigen Internets, das ein demokratisches Konzept weltweiter Netzwerknutzung darstellen sollte.

Die Vernetzung über den ganzen Erdball bewirkt, dass eine E-Mail, die in Wien losgeschickt wird, und nach Paris gehen sollte evtl. über Server in Los Angeles weitergeleitet wird.

Internationale Vernetzung

Seit 1982 löste das TCP/IP-Verfahren (Transmission Control Protocol/Internet Protocol), welches schon 1974 entwickelt wurde, das APRANET-Verfahren ab. Es handelt sich dabei um eine Software, die zur Regulation des Datenaustausches in den Netzwerken entwickelt wurde. Durch das TCP/IP ist jeder Rechner in einem großen Datennetz mit den anderen Rechnern verbunden, in dem es die lokalen Netzwerke zu einem globalen Netzwerk verbindet.

Das heutige WWW (World Wide Web) wurde Anfang der 1990er Jahre vom britischen Informatiker Tim Berners-Lee entwickelt. Es bedeutet eine Vernetzung auf Hypertext-Basis, die ermöglicht, links durch logische Verknüpfungen über einen Browser sichtbar zu machen. Seit 1993 gibt es den Webbrowser Mosaik, der es erstmalig ermöglichte, auch Grafik darzustellen. Das war der Anfang für eine Nutzung des Internets auch durch Normalbürger und kommerzielle Anbieter. Wobei das Internet und die E-Mail-Nutzung am Anfang den meisten noch sehr fremd war und nur Computerkenner diese nutzen.

Heutzutage kann selbst ein Grundschulkind schon seine Hausaufgaben mithilfe des Internets machen und das World Wide Web ist nicht mehr nur Computerfreaks vorbehalten.

Internet beschäftigt heute jeden

Inzwischen gibt es kaum einen 14-jährigen mehr, der sich nicht im Internet aufhält und das beliebteste Kommunikationsmittel ist die E-Mail geworden, sowohl privat als auch beruflich. Der Internetzugang und die Vermischung von realer und virtueller Welt sind längst zur Gewohnheit geworden. Das Internet und der Computer sind zentrale Werkzeuge im 21.Jahrhundert, vor dem sich kaum jemand verschließen kann.

Im Beruf und auch im Privatleben sind beide eine Stütze und schon kleine Kinder lernen mit diesem Medium umzugehen. Selbst Senioren lernen in Computerkursen noch den Umgang mit dem neuen Medium, das uns überall begegnet.

 

Heike Leonhardt Verfasst von:

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