Wetterphänomene

Für unsere Vorfahren waren Wetterphänomene wie Dürrezeiten, schlimme Überschwemmungen, starke Gewitter und schwere Stürme immer ein Zeichen dafür, dass Götter oder Geister die Menschen bestrafen möchten. Heute wissen wir es besser, aber die Notwendigkeit, diese Ereignisse und ihre ungefähre Auswirkung vorhersagen zu können, ist geblieben.

Das Wetter war, ist und bleibt auch in Zukunft eines der wichtigsten Themen in unserer Welt, da der Mensch der Natur und ihren Herausforderungen ausgeliefert ist und es immer wichtiger wird, sich gegen manche Ereignisse zu wappnen.

Alles ist vom Wetter abhängig

Da vor allem Landwirte schon immer auf das Wetter angewiesen waren, um zur richtigen Zeit zu säen, zu pflanzen und zu ernten und auch das Nutzvieh zur rechten Zeit in die Ställe zu holen richteten sie sich nach Zeichen, die sie meist durch das Verhalten von Tieren erhielten und woraus sie gewisse Dinge ableiten konnten. Daraus entstanden Bauernregeln, wie sie noch heute meist in Reimform, die sich leicht merken lässt, weitergegeben werden. Je nach Beschaffenheit des Morgentaus schließen sie auf das Wetter des Tages und je tiefer die Vögel flogen, je schlechter wurde das Wetter. Nicht alle dieser Regeln haben einen Wahrheitsgehalt, auf dem man sein Verhalten aufbauen kann, da manche auch religiös oder vom abergläubisch verwendet wurden, aber manche sind schon seit dem Mittelalter zuverlässige Hinweise.

In den letzten Jahren wurden viele dieser altbekannten Regeln gesammelt und systematisch erforscht.

Klimata

Die systematische Wetterbeobachtung vor Jahrhunderten

Den Anfang der Meteorologie könnte man dem Philosophen Aristoteles zuschreiben, der sich schon 400 Jahre vor Christus mit den Erscheinungen in der Atmosphäre befasst hat und daraus seine Abhandlung „Meteorologie“ ableitete.

Die heutige Naturwissenschaft der Meteorologie kann sich auf neuartige Beobachtungsmethoden und Möglichkeiten zur Systematisierung stützen, um daraus Rückschlüsse auf das Wetter zu schließen. Wohl im 16. Jahrhundert wurde das Thermometer erfunden, unter anderem von Galileo Galilei, der in seinen Briefen an seinen Schüler von einem Instrument zum Messen der Wärme spricht. Erweitert wurde diese Messmethode als im 17. Jahrhundert von italienischen Ingenieuren das Barometer entwickelt wurde, mit dem man den Luftdruck messen kann. Das Messen der Luftfeuchtigkeit durch ein Hygrometer ist seit dem 18. Jahrhundert möglich. Damals wurde ein Messgerät in Frankreich entwickelt, das anhand eines Frauenhaars die Eigenschaft, dass menschliche Haare und auch Tierfelle sich bei steigender Luftfeuchtigkeit ausdehnen, demonstrierte. Die Wetterhäuschen, die noch heute in manchen Wohnungen zu sehen sind, funktionieren noch immer mit Haaren.

Die Nutzung von Satelliten zur Wettervorhersage

Als der Telegraf Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden wurde, war es möglich, Wetterdaten von unterschiedlichen Stellen zu sammeln und schnell weiterzugeben. Dieses System funktionierte sogar auf hoher See, wo die Schiffe nun Daten ans Festland weitergeben konnten. Damit war den Wetterforschern eine Auswertung von verschiedenen Faktoren möglich, dazu dienten Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit, Eigenschaften des Windes wie Richtung und Geschwindigkeit, Bewölkungsgrad und Wolkenhöhe, Beschaffenheit des Regens und Sichtweite vom Schiff aus.

Seit dem letzten Jahrhundert gibt es technisch weiterentwickelte Methoden zur Datensammlung: Bojen, die in den Ozeanen schwimmen, Wetterballons, die mit Sonden ausgerüstet in der Atmosphäre schweben, Flugzeuge, die ihre Messwerte in großen Höhen sammeln , Radarstationen, die Niederschläge messen und zuletzt Satelliten, die von oben Bilder machen auf denen Wind- und Wolkensysteme zu sehen sind. Eine Auswertung der gesammelten Daten und Messwerte ist im Zeitalter des Internets und mit immer schnelleren Computern für die Meteorologen in kurzer Zeit möglich.

Die Prognosen, die daraus für das Wetter abgeleitet werden, umfassen inzwischen schon einen Zeitraum von ca. einer Woche und treffen mit fast 90%er Genauigkeit zu.

Der Einfluss der Sonne auf die Wetterphänomene

Die Grundlagen aus Chemie und Physik, auf der die Meteorologie aufgebaut ist, zeigen uns, wie verschiedene Faktoren für das Wetter und seine Phänomene verantwortlich sind. Die Sonne ist in diesem System das allerwichtigste Glied, die Wärme, die sie auf die Erde schickt ist verantwortlich für fast alle Vorgänge des Wetters: die Verdunstung des Wassers und damit den Gehalt der Luftfeuchtigkeit und die Erwärmung von Ozeanen und Kontinenten und dadurch das Aufsteigen von warmen Luftmassen. Winde entstehen, weil sie den Druckunterschied zwischen Hochdruckgebieten und Tiefdruckgebieten auszugleichen versuchen. Welches Wetter irgendwo herrscht hängt ab von Temperatur und Luftdruck, sowie Luftfeuchtigkeit und der Beschaffenheit der Erdoberfläche im jeweiligen Gebiet.

Wetterphänomen-Regen

Klimaprognosen und Meteorologie

Um das Klima eines Gebietes, also das Wetter, das durchschnittlich dort über mindestens einen Zeitraum von 30 Jahren herrscht, vorherzusagen fehlt es den Meteorologen allerdings noch an mehreren Dingen. Es gibt noch nicht genug Einblick in die Komplexität der Zusammenhänge unserer Erdatmosphäre und noch nicht genug Daten, um daraus genaue Klimaprognosen abzuleiten. Aber fest steht, dass nicht nur die Ozeane und ihre Wassermassen zu den Wetterphänomenen beitragen, sondern ebenso die Beschaffenheit der Erdoberfläche, wie Gebirge, an denen feuchte Luftmassen nach oben ausweichen müssen und dann kondensieren. In den Ozeanen entstehen durch die Dichte- und Temperaturunterschiede des warmen Wasser immense Strömungssysteme, wie zum Beispiel den Golfstrom, der bewirkt hat, dass es in Nordeuropa nun ca.10 Grad wärmer ist als normalerweise.

Wolken zeigen uns das Wetter

Wenn Wolken am Himmel aufziehen befürchtet der Laie sofort schlechtes Wetter und Regen. Wissenschaftlich gesehen werden Wolken allerdings in 10 unterschiedliche Arten eingeteilt, die in drei verschiedenen Höhen vorkommen. Die Cirruswolken sieht man in 5 bis 13 Kilometern Höhe, das sind die hohen Wolken, die Altocumuluswolken befinden sich zwischen 2 und 7 Kilometern Höhe, sind also mittelhohe Wolken, und die Stratuswolken unterhalb von 2 Kilometern sind tiefe Wolken.

Eine der bekanntesten und oft gesehenen Wolkenarten ist die Cumulonimbuswolke, die sich über mehrere Höhenlagen bis zu zehn Kilometer Höhe ausbreiten kann und deren Auftreten ein schweres Unwetter vorhersagt.

Wer sich mit Wolken auskennt, weiß, dass hohe Cirruswolken warmen Regen bringen und mittelhohe Altocumuluswolken, die oft wellenförmig aussehen, auf ein beständiges Wetter hinweisen. Für die Laien bleibt nur das Erkennen von Herzen, Drachen oder sonstigen Gestalten in den oft bizarren Verformungen der Wolken an einem schönen Nachmittag.

 

Heike Leonhardt Verfasst von:

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