Stürme

Für sehr starke Stürme gibt es verschiedene Bezeichnungen, auch wenn sie alle etwas gemeinsam haben: sie haben eine große Zerstörungskraft und richten oft schlimme Schäden an. Die Meteorologen sind in ihren wissenschaftlichen Entwicklungen zwar schon so weit, dass sie das Auftreten eines Tornados, Hurrikans, Taifuns oder Orkans voraussagen können, allerdings gibt es noch keine Möglichkeit den Sturm und damit die Schäden zu verhindern.

Orkan, Hurrikan und Taifun

Sobald der Wind eine Geschwindigkeit von mehr als 74 km/h hat, benutzt man für ihn die Bezeichnung Sturm. Die Stärke eines Sturmes wird nochmal in verschiedene Stufen klassifiziert, die man in der Beaufort-Skal ablesen kann. Diese trägt ihren Namen nach dem britischen Admiral Sir Francis Beaufort, der die Windverhältnisse in einem Tagebuch festhielt und dazu eine von John Smeaton erarbeitete Charakterisierung als Grundlage nahm. Die Skala ist in mehrere Stufen eingeteilt, die von 1 (Windstille) über 6 (starker Wind mit 39 – 49 km/h) bis zu 12 (Orkan ab 118 km/h) unterschieden werden.

Der Orkan

Allgemein wird ein Orkan als ein Sturm bezeichnet, der laut Beaufort-Skala eine Stärke von ca. 118 km/h vorweist. Darin sind nicht die tropischen Wirbelstürme eingeschlossen, sondern nur die Stürme, die sich über Mittel –und Nordeuropa befinden. Das Auftreten eines Orkans entsteht meist im Herbst oder Winter über mitteleuropäischem Gebiet. Ausgelöst wird er durch den großen Temperaturunterschied zwischen dem Pol und den südlichen Breitengraden, wenn warme äquatoriale Luft und kalte Polarluft zusammentreffen. Bei dieser Okklusion (Zusammentreffen von warmen und kalten Lüften) entstehen oft Stürme mit der Stärke eines Orkans. Das Auftreten der Orkane Lothar über Süddeutschland am 26./27.Dezember 1999 und Kyrill über einem Großteil Nordeuropas am 18.Januar 2007 wird der globalen Erwärmung zugeschrieben. Lothar hatte eine Geschwindigkeit von ca. 180 km/h und Kyrill sogar fast 225 km/h.

Immer mehr dieser Jahrhundertstürme, die immense Schäden anrichten können, werden durch den Klimawandel erwartet.

Hurrikan, Taifun und Zyklon sind tropische Wirbelstürme

Wenn ein Sturm auf dem offenen Meer entsteht spricht man von tropischen Wirbelstürmen. Das geschieht meist zwischen Juni und November auf der nördlichen Seite der Weltkugel und zwischen Dezember und Mai auf der südlichen Seite. Welchen Namen die Stürme tragen kommt darauf an, wo sie entstehen. Entsteht ein tropischer Wirbelsturm über dem Atlantik, im Osten der Westindischen Inseln oder in der Karibik, wird er Hurrikan genannt. Ist sein Entstehungsort im Nordwesten des Pazifiks, also in der Nähe Asiens, nennt man ihn Taifun. Und Zyklone entstehen im Golf von Bengalen, im Indischen Ozean südlich des Äquators und im Südpazifik.

Überflutung in Steyr , Österreich

Wie entstehen tropische Wirbelstürme?

Durch starke Verdunstung über dem Meer bei einer Temperatur von mindestens 26 Grad an der Wasseroberfläche entstehen Wirbelstürme. Durch das Aufsteigen der feuchten Luftmassen und die Einwirkung der Corioliskraft, die die Richtung der Windfelder in Hoch- und Tiefdruckgebieten bestimmt, entstehen sehr große Wirbel. In der Mitte dieser riesigen Wirbel entsteht das Auge des Sturmes, ein Bereich in dem es völlig windstill ist. Dorthin strömt die feuchte Meeresluft und steigt von dort aus nach oben. Dabei wird kühlere Luft mitgerissen und erwärmt. In diesem stabilen System können Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h um das Auge herum entstehen.

Die Dauer so eines Wirbelsturmes reicht bei ausreichender Zufuhr von feuchter Luft bis zu 14 Tagen, falls der Sturm auf dem Meer bleibt. Bewegt er sich langsam Richtung Küste erhält er keinen Antrieb mehr, da keine feuchte Luft mehr von unten nachkommt. Der Wirbelsturm löst sich auf und regnet die aufgestauten Wolken ab.

Da der Wind noch eine hohe Geschwindigkeit hat und viel Wasser abregnet, entstehend massive Schäden in Küstennähe, wo Bäume entwurzelt und Häuser zum Einsturz gebracht werden können, dazu kommen Flutwellen durch die Wassermassen, die plötzlich abregnen und große Gebiete unter Wasser setzen.

Am Äquator gibt es keine Stürme

Durch die Drehung der Erde (Rotation) entsteht die Corioliskraft, die einen Einfluss auf die Richtung hat, in der die Winde strömen. Sie bewirkt auf der Nordhalbkugel eine Ablenkung der Winde nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links. Die Verwirbelung der Luftmassen ist der Grund für die Entstehung der Wirbelstürme. Da direkt am Äquator die Corioliskraft nicht wirken kann, entstehen dort normalerweise keine Stürme.

Die heiße Luft kann ungehindert nach oben aufsteigen. Erst in einem Abstand von fünf Grad nach Norden oder Süden können Wirbelstürme entstehen.

Der Tornado

Ein Tornado ist eine Warmluftsäule, die eine Geschwindigkeit von über 400 km/h erreichen kann. Sie entsteht vor allem in Nordamerika und hat eine örtliche Begrenzung. Ein Tornado, der auch Windhose oder Großtrombe genannt wird, entsteht durch Gewitterwolken, die sich über einer heißen Luftschicht bilden. Durch das Abstürzen der kalten Luft aus großen Höhen von mehreren Kilometern entsteht eine Warmluftsäule, die sich immer schneller nach oben ausbreitet. Dadurch entsteht ein Rüssel, der eine immense Geschwindelt aufweist und alles zerstört, was ihm in die Quere kommt. Fliegende Autos oder Kühe sind keine Erfindung der Filmindustrie, das kann wirklich geschehen. Auch Häuser werden platt gemacht durch die zerstörerische Kraft des Tornados. Im Gebiet um den Rüssel herum geschieht nichts, dort bleibt alles ruhig. Tornados entstehen immer häufiger auch in Mitteleuropa, schon über 300 Mal jährlich.

Meist sind es Wasserhosen in Küstennähe, da Tornados nicht nur über dem Land entstehen können.

Frühwarnsysteme

Durch den technischen Fortschritt ist es möglich anhand von Satellitenbildern einen nahenden Tropischen Wirbelsturm recht frühzeitig zu erkennen. Doch auch hier ist eine hundertprozentige Voraussage nicht möglich, da sich manche Tiefdruckgebiete schlimmer entwickeln als vorausgesehen wurde und unvorbereitet doch mehr Schaden anrichten als vermutet. Doch jedes noch so gute Frühwarnsystem kann nicht verhindern, welche verheerenden Schäden so ein Wirbelsturm anrichten kann. Die einzige Möglichkeit, um Menschen zu schützen, ist sie zu evakuieren.

Der Klimawandel lässt Stürme heftiger werden

Laut Wissenschaftlern ist es unumgänglich, dass aufgrund des Klimawandels die Anzahl und die Stärke der Stürme immer weiter zunehmen. Nicht nur die Herabsetzung des Treibhausgasanteils in der Atmosphäre wird in Zukunft wichtig sein, sondern auch eine Anpassung des Menschen an die Geschehnisse. An Maßnahmen zum Küstenschutz und zur Entwässerung in tief liegenden Küstenregionen wird gearbeitet. Auch die Besiedelung oder Nutzung der Gebiete, die im Gefahrenbereich liegen, muss zurückgehen. Selbst die Forstwirtschaft muss sich durch Anpflanzung von widerstandsfähigeren Mischwäldern der Situation anpassen.

Die Schäden, die durch schwere Stürme entstehen, können zukünftig eventuell von Versicherungsgesellschaften nicht mehr übernommen werden, da diese in den letzten Jahren fast die Hälfte der gemeldeten Schäden ausgemacht hat und eine große finanzielle Belastung für die Versicherungsgesellschaften darstellt.

Heike Leonhardt Verfasst von:

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