Klimaforschung

Da sich das Klima immer stärker verändert, unser Leben und das aller Pflanzen und Tiere aber in Abhängigkeit zum Klima steht, werden alle Faktoren, durch die das Klima beeinflusst wird, in der Klimaforschung analysiert. In welchem Maße der Mensch auf den Klimawandel Einfluss nimmt und durch sein Verhalten dazu beiträgt, versuchen Physiker, Geologen, Meteorologen und Ozeanographen in ihren Forschungsarbeiten zum Klimawandel herauszufinden.

Der Begriff Klima

Im Griechischen bedeutet „Klima“ bzw. „Klimatos“ die „Neigung“ der Erdachse gegen die Ebene ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Die Definition Klima bedeutet ganz allgemein eine Aufzeichnung und Auswertung von Mittelwerten der vorherrschenden Witterung in einem Gebiet über einen Zeitraum mehrerer Jahre oder Jahrzehnte. Mit dem Wort Wetter erklärt man den momentanen Zustand der Atmosphäre in einem Gebiet. Die Witterung bezeichnet den Charakter des Wetters über mehrere Tage oder während einer bestimmten Jahreszeit. Das Klima wird hauptsächlich durch die Einstrahlung der Sonne beeinflusst. Dazu kommen dann noch Faktoren wie die Verteilung von Land und Meer sowie die Höhenlage des Standortes und die Zusammensetzung der Atmosphäre. Das Klima wird noch dazu bedingt durch die Atmosphärenzirkulation, die Strömung der Meere und ganz allgemein dem Kreislauf des Wassers auf der Erde, wozu auch El Niño (ungewöhnliche Strömungen im Meer), La Niña (das Auftreten von Passatwinden) und Monsune (großräumige Luftzirkulationen) gehören.

Durch die Produktion von Treibhausgasen, die entstehen weil immer Flächen bebaut und versiegelt werden, trägt der Mensch einen großen Anteil an der Veränderung von Natur und Klima.

Klima der Erde

Unterschiedliche Klimata

Die unterschiedlichen Klimata werden von Wissenschaftlern folgendermaßen eingeteilt: Kontinentalklima, Stadtklima, Seeklima und Höhenklima. Das sind die Auswertungen der Betrachtung des Wetters in bestimmten Regionen, im Unterschied zum globalen Klima. Die Klimaelemente, die zur Auswertung herangezogen werden, sind Strahlung der Sonne und des Himmels, Feuchtigkeit, Temperatur, Wind, Verdunstung, Luftdruck, Niederschlag, Bewölkung, Strömung und Salzgehalt des Meeres. Dazu gibt es noch eine räumliche Einteilung, die aufgeteilt ist in:

-Groß- oder Makroklima, welches Zusammenhänge beschreibt, die sich global oder kontinental ergeben .

-Mesoklima, das eine Ausdehnung von einigen hundert Kilometern haben kann, da es sich auf Städte, Landschaften oder ganze Länder bezieht, weshalb es auch Lokalklima genannt wird.

-Mikroklima, in dem nur kleine Bereiche zwischen mehreren Metern bis wenigen Kilometern ausgewertet werden.

Die Erde ist demnach in verschiedene Klimazonen eingeteilt, deren Grundlage unterschiedliche Klimafaktoren sind. Die Klassifizierung nach Temperatureinteilung ergibt folgende Einteilung der Erde in fünf gängige Klimazonen: die Tropen, die Subtropen, die gemäßigte Zone, die Subpolarzone und die Polarzone.

Klimatologen erforschen das Klima

In der Klimatologie wird das Klima wissenschaftlich erforscht. Dazu stehen in der Hauptsache die Klimaelemente unter Beobachtung. Die Messung von Sonnenstrahlung und Windstärke an Klimastationen dienen der Erfassung und Auswertung von Statistiken, in die auch Werte der typischen Witterungen mit einfließen. Das bedeutet, es wird ausgewertet ob bestimmte Witterungen öfter aufeinanderfolgen, häufig auftreten oder sich lokal ausbilden. Die Interdisziplinäre Arbeit der Forscher umfasst dabei die Zusammenhänge von Klimafaktoren und –Elementen. Denn die Strömung der Meere, Wirbelstürme oder das Abholzen der Bäume im Regenwald hat oft direkte Auswirkungen auf das globale Klima oder das in einer bestimmten Region.

Deshalb sind die Auswirkungen der durch den Menschen verursachten (anthropogenen) Einflüsse in die Berechnungen wichtig. Die Komplexität der Klimamodelle bezieht immer mehr Faktoren mit ein, weshalb sich verschiedene Spezialdisziplinen ausgebildet haben. Es gibt Bioklimatologen, die sich mit der Wirkung des Klimas auf den Menschen und andere lebende Organismen beschäftigen. Es gibt Agrarklimatologen, welche sich die Analyse der Klimawirkung auf Kulturpflanzen vorgenommen haben. Die Mikroklimatologen kümmern sich um die Erforschung des Klimas in Luftschichten, die in Bodennähe herrschen.

Sehr interessant ist die Arbeit der Paläoklimatologen, welche aufgrund von Bohrkernen aus Gletschereis, aus Jahresringen von Bäumen und Holzresten die Klimabedingungen Europas während der letzten Jahrtausende berechnen und auswerten.

Klimaforschung-heute

Beobachtungen des Wetters

Für Bauern war das Wissen um Wetter oder Klima wichtig, um die richtigen Pflanzen an- und auch rechtzeitig wieder abzubauen. Daraus ergaben sich Bauernregeln, die auch heute noch bekannt sind. Kriegsherren machten manchen Anschlag vom Wetter abhängig oder fielen den klimatischen Bedingungen zum Opfer, wie Napoleon im russischen Winter. Die Landung der Alliierten in der Normandie wurde vorher durch wissenschaftliche Vorhersagen des Wellenganges auf dem Kanal zeitlich geplant. Heutzutage dienen hauptsächlich Wetterballone der Erfassung von Daten wie Temperatur, Feuchtigkeit und Luftdruck. Diese Daten werden zur Sammlung und späteren Auswertung an Wetterstationen weitergeleitet. Messsonden, die sich schwimmend im Meer oder in großen Wasserläufen befinden, erfassen Daten und senden sie an Satelliten weiter. Treibsonden messen den Gehalt von Salz im Meer, die Strömung in den Meerestiefen und die Meerestemperatur und geben sie beim regelmäßigen Auftauchen per Funk an Satelliten weiter. Dort werden alle Daten an Klimaforscher weitergeleitet, die sich auf dem Festland befinden.

Gute Auswertungen sind keine Garantie

Die Komplexität der Klimaforschungsmodelle und die immer feineren Berechnungen und Analysen bringen den Klimaforschern doch nicht die Klarheit, die sie sich erhofft hatten. Noch immer gibt es Dinge die nicht vorhergesagt bzw. im Voraus berechnet werden können. Die Prognose, wann das Eis auf der Insel Grönland der globalen Erwärmung erliegt und gänzlich schmilzt, ist nicht vorhersehbar. Klar ist den Experten, dass der Meeresspiegel dann insgesamt um sieben Meter steigt. Da die Zusammenhänge und Faktoren, die dazu führen, aber wahnsinnig komplex sind, kann keine genauere Zeitangabe gemacht werden. Die Beschleunigung des Schmelzvorganges zeigt die Auswirkungen des Klimawandels, aber inwieweit das Schmelzen sich wiederum global auswirken wird und mit welchen Folgen wir zu rechnen haben, kann nicht vorhergesagt werden.

Selbst der Weltklimarat der Vereinten Nationen, IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist in diesem Punkt ratlos.

Die Klimaerwärmung wird sich auf alle auswirken, weshalb Landwirte, Ökonomen, Politiker und Gesundheitsexperten sich aufgrund von Prognosen auf die Zukunft vorbereiten müssen.Zum Schutz oder zur Vorbeugung der Auswirkungen von Wirbelstürmen, Dürren und Überschwemmungen werden detaillierte Klimamodelle immer wichtiger werden. Nur dann können auf Basis der Prognosen rechtzeitig Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden

 

Heike Leonhardt Verfasst von:

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