Die Wüsten der Erde

Es gibt verschiedene Wüsten auf unserer Erde. Die Wüste ist ein Gebiet, in dem es extrem trocken ist und nachts extreme Kälte herrscht, es wächst dort so gut wie keine Pflanze. Unterteilt werden die Wüstenarten in Kältewüsten, die um die Pole herum zu finden sind, und Trockenwüsten, die sich meistens in Asien und Afrika befinden. Die Trockenwüsten werden noch einmal kategorisiert: es gibt die subtropischen Wüsten, welche sich im Gürtel zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis befinden, Wüsten in der Nähe von Küsten und solche, die weit weg von den Ozeanen liegen und Binnenwüsten genannt werden.

Wüsten an den Wendekreisen – atmosphärisch beeinflusst

Der nördliche und südliche Wendekreis befindet sich jeweils 23,3 Grad entfernt vom Äquator. In dem Gebiet um die Wendekreise herum gibt es Wüstenzonen, das ist auf allen Kontinenten zu beobachten. Die chilenische Wüste Atacama, die südafrikanischen Wüsten Namib und Kalahari, sowie die australischen Wüsten im Landesinneren gehören zu den Wüsten des südlichen Wendekreises. Die kalifornische Wüste Mojave, die nordafrikanische Wüste Sahara und arabische Wüsten, die sich auf den Halbinseln befinden, gehören zum nördlichen Wendekreis. Dass es dort so viele Wüsten gibt, liegt am besonderen Klima, das dort herrscht.

Der Äquator ist der Sonne am nächsten, deshalb herrscht dort große Hitze, das beschleunigt das Verdunsten des Wassers in diesem Gebiet. Die aufsteigende feuchte Luft erzeugt Quellwolken, welche sich ab einer bestimmten Höhe nicht weiter nach oben ausbreiten können und deshalb nach Norden oder Süden weiterfliegen. Beim Weiterfliegen kommt es in der Nähe des Äquators zu heftigen Niederschlägen, weshalb beim Absinken der dann kühlen Luft keine Feuchtigkeit mehr enthalten ist. Im Gebiet der Wendekreise lösen sich die Wollen auf wenn die Luft absinkt. Da es nun keine Wolken mehr gibt, kann es auch keine Niederschläge mehr geben in diesem Gebiet und der Boden trocknet völlig aus. In diesem staubtrockenen Boden können sich keine Pflanzen ansiedeln.

Die Hitze, die in der Wüste während des Tages herrscht, kommt daher, dass es keine Wolken gibt, die die Sonneneinstrahlung abmildern könnten. Dadurch dass noch dazu die Luft seht trocken ist, bilden sich in Wüsten so genannte „Hitzepole“, an denen die höchsten gemessenen Temperaturen dieser Welt herrschen. Die höchste dokumentierte Temperatur konnte man in der Sahara messen, wo im lybischen Teil der Wüste im Schatten ca. 58 Grad Celsius herrschten. Da auch nachts die Wolken fehlen und die Tageshitze nicht durch Reflektion gehalten werden kann, sinken die Temperaturen rapide ab. Ein Temperatursturz um bis zu 30 Grad ist normal.

Wüsten in der Nähe von Küsten

Eine seltene Wüstenart sind die Küstenwüsten. Für ihre Entstehung müssen warme Passatwinde, die vom Land wehen und kalte Meeresströmungen auf besondere Weise zusammentreffen. Solche Küstenwüsten findet man deshalb nur an den westlichen Seiten der Kontinente, wo das Klima durch die Überlagerung der warmen Passatwinde über den kalten Luftmassen der Meeresströmung eine Wolkenbildung verhindert. Zu den Küstenwüsten zählen die chilenische Atacama-Wüste und die Wüste Namib, die sich auf angolischem und namibischem Gebiet befindet. Da die Atacama-Wüste noch dazu von den Anden vor Regen bewahrt wird, ist sie die trockenste Wüstenregion der Welt. Für die Seefahrer ist die Wüste Namib, die sich am Atlantik befindet, und auch Skelettwüste genannt wird, ein Gräuel. Der Beguelastrom, der sich in der Nähe befindet, weist eine unvorhersehbare Strömung auf, weswegen nicht nur Schiffe sondern auch Wale oft dort stranden. An der Küste kann man Skelette von Walen und Schiffswracks finden, die chancenlos ihren Tod dort fanden.

Fennek Wüstenfuchs

Die Wüsten Asiens

Binnenwüsten oder auch Regenschattenwüsten entstehen in Gebieten, die fernab von den Ozeanen oder aber im Regenschatten einiger Gebirgszüge liegen. Weiter weg vom nördlichen Wendekreis im Gebiet von Zentralasien gibt es diese trockenen Gebiete. Eines davon ist die Wüste Gobi (China und Mongolei), die Wüste Taklamakan (westliches China) und die Wüsten Kysylkum und Karakum (Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan). Die Taklamakan-Wüste entstand, da über die Gebirge keine feuchten Luftmassen zu dem Gebiet durchkommen und vorher schon abregnen und zusätzlich durch die weite Distanz zum Ozean nicht genug feuchte Luftmassen dort ankommen um das Gebiet mit Regen zu versorgen. In diesem Gebiet herrscht eine große Dürre. Allerdings sind die Binnenwüsten vom jahreszeitlichen Wechsel geprägt, das sind die anderen Wüsten nicht. In Binnenwüsten wie der Wüste Gobi können im Winter bis zu minus 40 Grad herrschen und im Frühjahr kommt es vor, dass eine kleine Menge Schnee oder Regen fällt.

In Wüsten gibt es nicht nur Sand

Die typische Vorstellung einer Wüste ist wohl eine weite Sandlandschaft. Es gibt aber abwechslungsreiche landschaftliche Formen von Wüsten. Die Sandwüsten machen davon ca. 20% aus. Der Rest teilt sich auf in felsige oder staubige Wüsten, sowie Kies- und Geröllwüsten. Auch oft kann man Lehmwüsten sehen, bei denen der Erdboden tiefe Risse vorweist oder Salzwüsten, in denen Ton mit hohem Salzgehalt zu finden ist. Die Bodenbeschaffenheit der Wüstenregionen ist hauptsächlich durch den hohen Salzgehalt charakterisiert. Da es kaum Pflanzen gibt, findet man in den Böden so gut wie kein organisches Material, zum Beispiel Laub oder Pflanzenteile, die abgestorben sind. Die Auswaschung der Böden findet kaum statt und auch die Chemie des Bodens wird kaum verändert, da solche Dinge nur durch Niederschläge geschehen.

Tiere der Wüste

Die Ausdehnung (Desertifikation) der Wüsten

Durch den Klimawandel und die globale Erwärmung wird ein Ausbreiten der Wüsten beeinflusst. Auch der Einfluss der Landwirte, die in den angrenzenden Halbwüsten oder Steppenregionen ihr Vieh weiden lassen, trägt zur Desertifikation bei. Ist die Vegetation, die vorher schon kaum vorhanden war, abgeweidet, kann der Boden von Wasser und Wind weiter abgetragen werden. Das Abholzen der wenigen Bäume führt dazu, dass die Böden nur noch wenig Wasser speichern können, wird der Boden dann noch gepflügt, erodieren die Hänge. So dehnen sich die Ränder der Wüsten immer weiter aus. Die Desertifikation, wie das Ausbreiten der Wüsten genannt wird, wird zu einem immer größer werdenden Problem für unsere Umwelt. Über 30% der Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden könnten, fallen dieser Bedrohung zum Opfer. Für rund eine Milliarde Menschen besteht deshalb eine Existenzbedrohung, vor allem in Gebieten wie der Sahelzone in Nordafrika und zum Teil in Gebieten Südafrikas, Zentralasiens, Australiens und Amerikas. Auch Südeuropa ist betroffen, wo in Gebieten Spaniens schon eine Entwicklung hin zur Verwüstung besteht.

Eine Desertifikation ist keine Dürre, denn dies sind nur trockene Perioden in bestimmten Gebieten. In dieser Region führt eine Dürre für die Bewohner zu schlimmen Konsequenzen wie Ausfällen der Ernte und daraus folgender Hungersnot. Allerdings wachsen die Pflanzen beim nächsten Niederschlag wieder. Eine Desertifikation bedeutet eine Veränderung, in der das Land zur Wüste wird, die nicht beim nächsten Regen wieder erblüht.

 

Heike Leonhardt Verfasst von:

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