Die Entstehung des Lebens

Über die Entstehung des Lebens auf unserer Erde gibt es noch immer verschiedene Theorien, die von Forschern angenommen werden. Ganz genau kann nicht gesagt werden, ob das Leben auf der Erde aufgrund von Kometeneinschlägen entstanden ist oder sich vor 3,5 Milliarden Jahren in der Tiefsee entwickelt hat. Entweder wurden Bakterien aus dem Weltall auf unsere Erde transportiert oder aus organischen Verbindungen im Meer wurden erst Einzeller und dann komplexe Lebewesen.

Theorie 1 baut auf den Ur-Ozean auf

Vor ca. vier Milliarden Jahren gab es Vulkane auf dieser Erde, deren Gase extrem giftige Substanzen enthielten. Diese und Gesteinsbrocken wurden in die Erdatmosphäre geschleudert, die damals noch viel dünner war als heute. Dadurch konnten keine Asteroiden abgehalten werden, weshalb immer wieder welche einschlugen und das Wasser im Ozean an den Siedepunkt brachten. Auch in den Tiefen des Meeres vermuten die Forscher eine chemische „Suppe“, in der vieles enthalten war, zum Beispiel eine heiße Flüssigkeit, die aus seltsamen Schloten, den „Schwarzen Rauchern“ floss. Im Ur-Ozean, der die Landfläche umgab, die damals noch ein ganzes Stück war, befanden sich Gase und Minerale, aus deren Verbindungen organische Lebewesen entstanden, die mit der Zeit immer komplexer wurden. Diesen lebendigen Zellen war es schon möglich, sich zu bewegen und zu vermehren. Diese Theorie scheint die am wahrscheinlichste zu sein, da es Indizien gibt, die beweisen, dass bestimmte Bakterien tief im See unweit von Quellen mit hoher Temperatur entstanden sind.

Diese Archaebakterien gelten als die älteste bekannte Lebensform, sie leben nur in ungemütlichen Biotopen, zum Beispiel dreckiges Sickerwasser aus Kohlenhalden, Geysiren oder in den Tiefen der Ozeane.

Theorie 2 spricht von der „Ursuppe“

Die „Ursuppen-Theorie“ wird gestützt durch einen experimentellen Versuch, den sich ein junger Chemie-Student aus den USA im Jahre 1953 ausdachte. Er löste Verblüffung in der Fachwelt aus, als er in einem Glaskolben eine hypothetische frühe Erdatmosphäre simulierte. Das enthaltene Wasser wurde an den Siedepunkt gebracht und sollte den brodelnden Urozean darstellen, dessen Wasserdampf sich dann mit den Stoffen Methan, Ammoniak und Wasserstoff vermischte. Dieses Gemisch befand sich zu Urzeiten in unsere Erdatmosphäre, ausgestoßen von den Vulkanen und dann als Schwaden um die Erde wabernd. Das Dampf-Gas-Gemisch wurde dann durch einen Kolben geleitet, in dem Elektroden Funken erzeugten, ähnlich den Gewittern, die zu Urzeiten auf der Erde vorkamen. Das Gasgemisch reagierte auf die elektrische Energie unter anderem mit Bildung von Aminosäuren. Da Aminosäuren die Grundbausteine des Lebens darstellen, ging Miller davon aus, dass er damit die Entstehung des Lebens auf der Erde erforscht hatte.

Millers Experiment war ein Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung wie Leben auf der Erde entstanden ist, allerdings konnte bis heute noch nicht herausgefunden werden, wie aus den Aminosäuren dann in der Folge die Entwicklung der Biozellen entstanden ist.

Theorie 3 vermutet, dass Kometen Leben auf die Erde brachten

Die „Panspermie-Theorie“ baut auf der Spekulation auf, dass einfache Lebensformen aus dem All auf die Erde kamen und dementiert eine spontane Entstehung von Leben auf der Erde. Die Kometenkerne bestehen zum Großteil aus Eis, darin hätten theoretisch Bakteriensporen, die durch die Kälte konserviert wurden, eine große Distanz durchs Weltall zurücklegen können. Diese widerstandsfähigen Bakterien sollen, nachdem sie durch den Kälteschutz unbeschadet durch die kosmische Strahlung mit dem Kometen auf die Erde trafen, die ersten lebenden Zellen hier gewesen sein. In Zukunft sollen geplante Missionen in den Weltraum den Wahrscheinlichkeitsfaktor dieser Theorie herausfinden. In den Kernen der Kometen soll laut Wissenschaftlern durch die Konservierung durch die eisige Kälte Materie zu finden sein, wie vor Milliarden von Jahren. Untersuchungen dieser Materie, die aus den Entstehungszeiten unseres Sonnensystems und somit unserer Erde stammen, könnten endlich Aufschluss geben darüber, wie frühe Lebensformen ausgesehen haben.

Die Frage nach der prinzipiellen Entstehung des Lebens würde dadurch allerdings nicht gelöst. Es ist nur eine weitere Theorie, die den Ursprung des Lebens im All sieht statt direkt auf der Erde.

Sauerstoff war ein Abfallprodukt

Die Entstehung der Erdatmosphäre, wie wir sie nun haben, geschah vor 2,5 Milliarden Jahren. Die Gashülle um die Erde besaß damals noch keinen Sauerstoff, den wir heute zum Leben brauchen. Eine entscheidende Entwicklung führte dazu, dass wir und alle Lebewesen heute Atemluft haben. Eine Milliarde Jahre dauerte es bis Cyanobakterien eine entscheidende Entwicklung in der Welt der Organismen im Ozean hervorriefen. Durch die Einwirkung von Sonnenlicht und der daraus folgenden Photosynthese produzierten diese Einzeller Sauerstoff als Abfallprodukt. Eine riesige Produktion dieses lebenswichtigen Gases folgte danach. Den Cyanobakterien verdanken wir also, dass unsere Erdatmosphäre zu fast 20% aus Sauerstoff besteht, ohne den ein höheres Leben auf der Erde nicht entstehen hätte können.

Heike Leonhardt Verfasst von:

Die Kommentare sind geschlossen