Mais

In wie vielen Produkten unseren täglichen Lebens der Mais als Rohstoff steckt, ist den meisten sicher nicht bekannt. Es sind annähernd 20.000 Produkte, bei denen einer der Rohstoffe Mais ist, dazu gehören Verpackungsmaterial, Textilien, Einweggeschirr und natürliche Mais als Biotreibstoff. Doch je mehr dieses Ökomittel boomt, desto teurer wird der Grundstoff und seine Herstellung und genau diejenigen, die darauf angewiesen sind, können es sich nicht mehr leisten.

Sehr viele Lebensmittel enthalten Mais

Nicht nur die Cornflakes zum Frühstück oder das Popcorn beim Kinobesuch sind aus Mais, in vielen Lebensmitteln ist uns der Inhalt von Mais gar nicht bewusst. Dazu gehört Mais in Form von Maisstärke, wie er in Soßen und Fertigsuppen als Bindemittel verwendet wird, zudem in einigen Milchprodukten wie Speiseeis, Jogurt und Desserts und in Ketchup und manchen Konservengerichten. In Tiefgekühlten Produkten ist Maismehl als modifizierte Stärke enthalten. Nicht auf den ersten Blick erkennbar ist es, wenn Mais in seiner abgewandelten Form als Glucosesirup, Fructose oder Maltose zugeführt wurde, wie es bei den meisten Süßwaren oder Backprodukten der Fall ist.

Bio-Lebensmittel

Einweggeschirr aus Maisstärke

Seine Eigenschaften als Maisstärke wurde genutzt, um aus Mais kompostierbares Geschirr herzustellen, wie zum Beispiel Teller, Tassen oder Pommes-Schalen, die auf großen Veranstaltungen genutzt werden und mitsamt den restlichen Essensresten in den Kompostmüll geworfen werden können. Auch als Behälter für Flüssigkeiten wie Saft, Milch und Wasser oder Speiseöl wird Maisstärke inzwischen schon verwendet. Für die Produktion muss die Maisstärke in Dextrose umgeändert werden, darauf folgt die Spaltung zur Milchsäure und dann wird daraus Polymilchsäure, der als durchsichtiger Kunststoff verarbeitet werden kann.

Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe ist ein guter Ansatzpunkt, allerdings sollte die Sammlung der Geschirrteile aus Mais auch gesondert stattfinden, damit es wirklich auf dem Kompost landet und seinen Zweck erfüllt.

Mais ersetzt Plastik

Um die großen Plastikmüllberge zu reduzieren, die täglich anfallen, hat die Industrie schon viele Produkte wie Verpackungen, Tragetaschen und Verpackungschips aus Maismehl hergestellt, doch inzwischen gibt es sogar noch mehr Produkte auf dieser Basis. Selbst in Alltagsprodukten wie Bad-Utensilien, Papierkörben und USB-Stick-Hüllen wird Maismehl verwendet. Eine gute Idee war, Kinderspielzeug auf der Basis von Mais herzustellen, das kleine Kinder bedenkenlos in den Mund nehmen und vollsabbern können und das in die Biotonne wandern kann, wenn das Kind zu alt ist, um weiter damit zu spielen. Auch am Körper können wir Mais nun tragen. Es werden schon T-Shirts auf der Basis von Maismehl hergestellt, die seit einer Weile im Handel erhältlich sind. In der Medizin und im Pflegebereich wird Mais beim Nahtmaterial und bei Handschuhen sowie Unterlagen in Krankenhausbetten verwendet.

Selbst Landwirte benutzen das kompostierbare Material als Abdeckung bei ihrer Pflanzenzucht oder auf Mulch.

Mais als Biotreibstoff

Viele Industriestatten erkannten in den letzten Jahren den Nutzen von Mais oder anderen nachwachsenden Rohstoffen zur Verwendung als Bio-Treibstoff. Inzwischen wird nicht nur aus Raps, Weizen, Zuckerrüben, Soja und Zuckerrohr Biotreibstoff gewonnen sondern zu einem großen Teil aus Mais.

Am deutlichsten ist dieser Trend in den USA zu beobachten, wo der Anbau von Mais zur Gewinnung von Bioethanol jährlich um ca. 20% steigt und inzwischen fast 30% der Maisernte zum beliebten Ökobenzin verarbeitet wird. Auch die neuen politischen Richtlinien zum Biokraftstoff, die die Europäische Union vorschreibt, erfordern den Einsatz von mehr erneuerbaren Energien im Bereich des Verkehrssektors, wo eine Beimischung von ca. 7 % Bioanteil schon seit ein paar Jahren gehandhabt wird.

Pflanzen, wie die oben genannten, werden nun nicht mehr nur als Nahrungsquelle für Menschen und Tiere angebaut, sondern dienen nun auch der Nutzung als Energielieferanten.

Leben wächst und gedeiht

Tank oder Teller in armen Ländern

Im Jahr 2007 zeigte die Tortilla-Krise recht kritisch, dass die Idee, Mais als Energielieferant zu nutzen nicht nur positive Aspekte hat. Da Mais in vielen armen Ländern zum Hauptnahrungsmittel zählt, wurde es auf den Tellern leerer, da sich die Menschen die steigenden Preise nicht mehr leisten konnten, die rapide in die Höhe stiegen nachdem die USA dort den Mais abkaufte. Mexiko, das durch seinen Mais-Import von den Weltmarktpreisen abhängig ist, konnte den hohen Bedarf, den sie haben, da nur die Hälfte des Maises selbst hergestellt wird, nicht mehr finanzieren und die Bevölkerung protestierte auf den Straßen. In den folgenden Jahren wird es laut OECD und FAO auch in Ländern wie Asien und Afrika zu immensen Preisanstiegen für Mais und Palmöl, das ebenfalls als Biotreibstoff genutzt wird, kommen und die Bevölkerung belasten.

Tank oder Teller – die Situation an den Tankstellen

Nachdem versucht wurde, E10 an den Tankstellen einzuführen, kamen viele Kritiker zu Wort und der Slogan „Tank oder Teller“ wurde stark. Die Verwendung verschiedener Rohstoffe wie Mais und Zucker im Sprit führte zu heftigen Diskussionen, weswegen der Sprit schnell wieder abgeschafft oder in Ländern wie Österreich aufgrund der Diskussionen gar nicht erst eingeführt wurde.

Die Forderung nach Senkung der Subventionen für nachwachsende Rohstoffe wurde laut und ein Umdenken begann. Bis 2020 sollen die Subventionen für Sprit aus Mais, Sojaöl oder Raps auslaufen.

Heike Leonhardt Verfasst von:

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