Bio Lebensmittel

Bio Lebensmittel Immer mehr Menschen ernähren sich von Bio- oder Öko-Lebensmitteln, die inzwischen sogar schon in extra Abteilungen in vielen Supermärkten statt nur in Bio-Läden erhältlich sind. Doch was macht ein Bio- oder Öko-Produkt eigentlich aus? Was ist anders an ökologischem Anbau und warum ändern so viele Leute ihre Ernährungsgewohnheiten und springen auf den Bio- und Öko-Zug mit auf?

Immer mehr Biobauern

In den letzten Jahren ist die Zahl der Bio-Bauern, die ihre Felder, Äcker und Wiesen nach ökologischen Richtlinien bebauen, um einige Prozent gestiegen. Allein in Österreich gibt es um die 20.000 Biobauern, von denen schon ca. 13.000 dem Verein Bio Austria angehören, einem Netzwerk für Biobäuerinnen und Biobauern, die sich den folgenden fünf Werten verpflichtet haben: Ökologie, die Würde der Tiere, faire Preisbildung, bio-bäuerliche Lebensmittelkultur, Forschung und Innovation.

Gesündere Bio-Produkte

Die Skepsis der Verbraucher gegenüber den Bio-Produkten kommt immer wieder aufs Neue hoch, wenn ein Bio-Skandal publik wird. Und manche fragen sich, warum sie Bio-Produkte kaufen sollen, obwohl auch konventionell hergestellte Lebensmittel einer strengen Kontrolle unterliegen. Aber es ist bei Bio-Bauern genauso wie bei allen anderen Dingen, es gibt immer mal ein schwarzes Schaf. Bio-Produkte deshalb zu kritisieren, wäre nicht gerecht. Bio-Produkte sind aus verschiedenen Gründen die bessere Wahl: eindeutig bewiesen und durch mehrere Kontrollen bestätigt ist der niedrigere Nitratwert, die höher konzentrierten Nährstoffe und die bessere Verträglichkeit für Allergiker.

Der höhere Preis für Bio-Produkte erklärt sich aus der besseren Qualität.

Bio-Produkte sind gut für die Umwelt

Der Nutzen der Bio-Produkte zeigt sich nicht nur für die Gesundheit der Verbraucher sondern ebenso für die Umwelt, da es auf dem ökologischen Bewusstsein basiert, die Umwelt zu schützen und in einer gesunden Welt zu leben. Nachhaltiger Anbau in der Landwirtschaft und der Rückgang chemischer Zusätze in den Lebensmitteln und in der Tierhaltung ist ein Grundgedanke, den Verbraucher und Vertreiber der Bio-Produkte gemeinsam verfolgen. Da wir und unsere Nachkommen in einer gesunden Welt leben möchten, ist der bewusste Umgang mit Konsum und den noch zur Verfügung stehenden Ressourcen ein wichtiger Punkt, den wir nicht vergessen dürfen.

Bio Erde

Wodurch unterscheiden sich Bio-Produkte von normalen Lebensmitteln

Der Hauptunterschiede zeigt sich in der landwirtschaftlichen Erzeugung der Produkte, die nach ökologischen Regeln erfolgt. Was bedeutet, dass der Leitsatz „Im Einklang mit der Natur“ auch tatsächlich ausgeführt wird. Der natürliche Bio-Kreislauf von Boden zur Pflanze wird erhalten und unterstützt, statt in diesen Prozess einzugreifen. Die artgerechte Tierhaltung und die Verwendung von Kultursorten und Zuchtrasse, die sich bewährt haben, gehört ebenso zu den Richtlinien wie das Füttern von Produkten aus dem eigenen Hof oder aus anderen Bio-Betrieben. Außerdem werden keine Tiertransporte geduldet, bei denen die Tiere gequält werden und keine Gentechnik angewendet. Die Vermarktung der Produkte sollte in der eigenen Region stattfinden. Zudem schonen Bio-Bauern laut ihren Richtlinien das Grundwasser und betreiben eine Zwei- bis Vierfelderwirtschaft, bei der weder künstliche Düngemittel noch Schädlingsbekämpfungsmittel aus der Industrie zum Einsatz kommen. Für die Weiterentwicklung der Lebensmittel gibt es eine Liste der zulässigen Zutaten, bei denen keine Chemie zugelassen wird. Selbst bei der Lagerung gibt es Richtlinien, die ökologisch ausgerichtet sind. All diese Kriterien muss ein Bauer erfüllen, um sich „Bio-Bauer“ und seine Produkte „Bio-Produkte“ nennen zu dürfen.

Dieses Mindestmaß an Garantie bestätigt das Bio-Siegel auf den Produkten, das allerdings je nach Anbauverband, Staat und EU noch strengeren Richtlinien unterliegt.

Biologische-Lebensmittel

Die Kontrolle der Betriebe und Produkte

Den Kontrolleuren der Erzeugerbetriebe liegt ein Bericht vor, in dem die hergestellten Produkte sowie die Beschreibung ihrer Herstellung und das Tätigkeitsfeld des Betreibers genau aufgeführt sind. Eine Besichtigung des Betriebes stellt sicher, ob die Kennzeichnung der Rohstoffe und der verkaufsfertigen Waren auch den Bio-Richtlinien entspricht. Dabei dürfen keine konventionellen Rohstoffe gefunden werden und auch im Medikamentenbuch und Stallbuch wird jeder Eintrag genau geprüft, um dies auszuschließen.

Die Lieferscheine der Lieferanten werden alle geprüft, sie müssen ein Bio-Zertifikat vorweisen können.

Sogar die Buchhaltung der Betriebe unterliegt der Kontrolle, um herauszufinden, ob die Einkaufs- und Verkaufszahlen plausibel sind. Bei Bäckern werden auch die Rezepturen von Broten angeschaut und geprüft, wieviel Roggen wirklich im Roggenbrot ist und ob die eingekaufte Menge und die verbrauchte Menge auch tatsächlich übereinstimmen. Selbst die Verkaufsmengen von landwirtschaftlichen Betrieben müssen im richtigen Verhältnis zur Anbaufläche stehen. Die wahrheitsgemäße Angabe bestätigt der Betriebsinhaber durch seine Unterschrift am Ende der strengen Prüfung.

 

Heike Leonhardt Verfasst von:

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